Die Januar Nacht war sehr frisch. Der Winter zeigte seine Krallen. Jeder Mensch hätte gefrohren, wenn er 5 km in der Kälte der Straße hätte folgen müssen. Allerdings war es eine Landstraße und um halb 2 Uhr Nachts war sie wie leer gefegt. Lola war das ganz recht, so würde kein Besorgter Autofahrer anhalten und fragen, was sie allein in der Nacht unterwegs war und ob man sie wohin mit nehmen dürfte. Das hätte nur zu nerviger Erklärungs- und Überzeugungsarbeit geführt.
Also genoss sie die Ruhe in der sie mit ihren Gedanken und tatsächlich auch ihren Emotionen allein sein konnte. Das Marius für jeden Zeit gehabt hatte, außer für sie und das Einzige was er die ganze Zeit dazu zu sagen hatte, waren Anschuldigungen, warum sie nicht früher bei ihm gewesen wäre, tat weh. Es traf einen Nerv und sie war Frustriert und tatsächlich traurig darüber, dass er sie nicht mehr wahrgenommen hatte. Ihr nicht mehr Raum gegeben hatte. Natürlich war er wieder einmal eine wichtige Persönlichkeit der Domäne, wie sollte es auch anders sein, aber war sie ihm nicht wichtiger als diese "Scheinprobleme"? Hätte er nicht 20 Minuten für sie entbehren können, in welchen man zumindest kurz sich austauschen hätte können? Vielleicht würde er, ihr endlich zuhören bzw. mit ihr richtig Reden, wenn sie dort angekommen waren, wo auch immer sie hin wollten. Dennoch erstaunte es sie sehr, dass sie so aufgebracht war. Diesen Zustand hatte sie schon lange nicht mehr erlebt.
Dementsprechend war sie dankbar um die Stille und tatsächlich auch um die Bewegung. Auch wenn ihre Emotionen nicht mehr von Hormonen gesteuert wurden, so tat ihr das Gehen doch gut. Ebenso das Leben um sie herum, welches die Nacht zu einer sehr aufregenden Zeit machen konnte. Der Schrei einer Eule erinnerte sie daran, dass sie sich bald wieder Eine zähmen musste, ebenso wie einen Waschbären. Die Kombination aus beiden Tieren war sehr hilfreich gewesen. Vielleicht würde sie noch ein tagaktives fliegendes Tier hinzunehmen. So versank sie in den Geräuschen und in ihren Gedanken während des Weges, bis sie zu der besagten Bushaltestelle angekommen war, bei welcher sie Marius bereits erwartete.
"Du hättest ruhig ein wenig Zahn zulegen können!" begrüßte er sie nüchtern. "Ich wusste nicht dass du es Eilig hast, das hatte den Abend nicht den Anschein gemacht." Bevor sie sich das spitze Komentar hatte vergneifen können, war es bereits über ihre Lippen gehuscht. Bedrückt biss sie sich auf Selbige. Warum musste dieses Wiedersehen nur so beklemend sein. Mit der Begrüßung von Marius, bei der er sämtliche Etticketeren-Rieten ignoriert hat, hat Lolas unterkühltes Herz förmlich einen Hüpfer machen lassen, aber dann wurde er immer zurückhaltender und Spickte dies alles noch mit Vorwürfen. Obwohl ein leises Stimmchen ihr sagte, dass es früher seine Art war mit seiner Überforderung umzugehen, hätte sie sich einfach mehr Wärme gewünscht. Seit sie auf der Suche war, hatte sie sich ihr Wiedersehen in allen Nuancen und Schattierungen vorgestellt und erträumt. Leider war so eine nüchterne Begegnung nicht darin vor gekommen.
Er sah sie zu ihrer Überraschung nur milde an und meinte lediglich. "Nicht hier, wir werden schon noch ausführlicher reden können." Ihrer Vernunft war klar, das hier draußen defintiv der falsche Ort war, aber ihr Herz weinte ein bisschen leise vor sich hin. Er reichte ihr wortlos seinen Helm. "Masquerade" und setzte sich auf sein Bike. Ein kleiner silberstreif am Horizont tat sich auf. Sie sollte hinter ihm sitzten und beim Motoradfahren musste man sich eng an den Vorderman ankuscheln, damit man nicht herunter viel. Das war doch schon mal etwas besser, als diese kühle Distanz und sie würde sie einfordern und nicht schmollend steif hinter ihm sitzten. Zudem wäre das für die Fahrt sehr unangenehm.
Lola nahm den Helm entgegen und setzte sich auf den Sozius, ungefragt legte sie die Arme um seine Hüfte und lehnte sich fest an ihn. Als er ihre Hände griff, rutschte ihr Herz in die Hose, wollte er diese Enge etwa nicht. Allerdings konnte sie eine Sekunde später wieder aufatmen, er korrigierte lediglich noch kurz ihren Halt und starte den Motor des Bikes. So fuhren sie noch eine ganze Weile durch die Nacht und über diverse Landstraßen hinweg. Lola genoss dies Nähe zu ihm. Hier konnte niemand die beiden Stören, weil es ein ach so wichtiges Gespräch gab, das ganz dringend geführt werden musste. Also inhalierte sie jeden Augenblick dieser Fahrt. Das besänftige etwas ihr aufgebrachtes Herz und ließ die dunklen Wolken in ihrem Gemüt abziehen.
Das alte Haus
Nach einer gefühlten Ewigkeit, die gerne niemals hätte Enden dürfen, hielten sie vor einem alten Bauernhäuschen. Sie mussten, wenn Lola die Richtung der Strecke und die Fahrzeit, richtig eingeschätzt hatte grob in Garmisch sein. Auf der Hauseinfahrt des kleinen Häuschens, was vermutlich im letzten Jahrhundert erbaut worden war, hielt Marius und stellte das Bike ab. Also tat ihm Lola es gleich, stand vom Bike auf und reichte ihm seinen Helm. Kurz zuppelte sie sich ihre Haare zurecht. Er musterte die Dreadlocks, was sie bemerkte: "Gefällt es dir? Es ist bisschen Anders als früher." Er zuckte nur mit den Schultern und meinte, dass ihr äußeres nichts an dem Änderte wer sie war. Das war eine sehr vielschichtige, kurze Antwort. Meinte er damit, dass sie immer noch für ihn das Kind von damals war? Wenn ja würde sie ihm das Gegenteil beweisen, aber sie wollte in diesen Satz nicht zu viel hinein interpretieren.
Wie sein Schatten folgte sie ihm den kleinen Weg zur Haustüre hinauf. Er klopfte und wartete kurz. Einen Augenblick später öffnete sich die Tür und eine Vampirin stand wackelnd auf einem Bein im Rahmen. Beim Anderen fehlte alles ab dem Knie abwärts. Das hinderte ihr Gegenüber aber nicht wie ein unkontrollierter Wasserfall eine freudige Begrüßungsrede zu halten. Aus dem Off ertönte eine weitere Stimme die nur aufstöhnte und daraufhin eine schlagende Zimmertür. Ungezügelt folgten Entschuldigungen bzgl. ihres Guhls. Marius blieb wie immer geduldig und gefasst. Es erinnerte sie daran, wie er mit ihr vor über 5 Jahren gesprochen hatte. War sie auch so unkontrolliert gewesen. Sie hoffte es nicht. Gefasst begrüßte Marius sie. Da auf dem Abend immer wieder ein Zweites Mündel namens Natalja erwähnt wurde, welche Lola kurzzeitig als Konkurrentin wahrgenommen hatte - Ein finsterer Gedanke hatte geschimpft, dass Marius sie wohl ersetzt hatte - erkannte sie, dass diese Person keinerlei Konkurrenz für sie war. Zumindest nicht des Verhaltens wegen.
Mitbewohner - Der Flummi
An Marius gewandt meinte Lola leicht abschätzig: "Das ist wohl Natalja?" - "Korrekt, Natalja das ist Lola, sie wohnt ab jetzt hier bei dir." Das war der erste Moment, in dem die quirlige Frau stiller war und nur mit einem "Okay" antwortete. Zögerlich bat sie die beiden herein und humpelte voran in eine Wohnküche. Marius erklärte Natalja, dass Lola ein Mitglied seines alten Rudels aus München war und er daher möchte, dass sie hier wohnte. Ab diesem Moment ging der Wasserfall wieder von vorne los. Ob sie das Mündel war von dem er ihr erzählt hatte, das bestätigte er ihr und bat Lola sich vorzustellen. Lola war erst etwas verwirrt, weil er es ja vor wenigen Minuten bereits die Vorstellung durchgeführt hatte. Als sie ihm einen verwirrten Blick schenkte und erneut "Ich bin Lola." kund tat, erhob er schon die Hand um sie zu tadeln aber ihr wurde daraufhin sehr schnell klar, dass er ihren Stammbaum und ihren Stand hören wollte. Also stellte sie sich komplett vor, mit all ihren Ahnen und Satus im Clan und Camarilla.
Es herrschte kurz Stille als Natalja das Gesagte auf sich wirken ließ, fasziniert stellte sie fest, das Lola ihre ganze Linie kannte. Dafür würde sie sie beneiden, denn sie kannte nur ihren Anfang. Ennoia und Rakh. Allerdings war ihr Zweig dann ein anderer als bei Lola. Des Weiteren erzählte sie mit Bedauern, dass es auch äußerst schwer werden würde den Rest herauszufinden, da sie nicht wusste wo ihr Sire war. Verwundert kniff Lola die Augen zusammen. Wie konnte sie nicht wissen, wo ihr Sire ist? "Wie kommt´s?"
Auf diese Frage hin erzählte sie lang und breit, dass ihr Sire sie geschaffen hatte in einer Zeit als Moosburg kurzfristig eine Fürstin hatte. Als diese dann gestürzt wurde, wurde selbiger mit der Fürstin hingerichtet. Sie bedauerte es zutiefst, dass obwohl sie versucht hatte, ihn zur Vernunft zu bringen, er nicht auf sie gehört hatte. Warum sollte er das auch, sie war sein Kind. Er sollte sie Vernunft lehren und nicht anders herum. Demnach, war es logisch, dass er ihren Rat ignoriert hatte und anscheinend auch für seine Überzeugung endgültig vernichtet worden war. Egal wie viel besser ihre Eingebung gewesen wäre. Es war logisch, dass in solchen Momenten, die Älteren eher weniger auf ihre Kinder hörten. Somit könnte sie wohl nicht an diesem Ende nach ihren Ahnen forschen.
Was ebenso durch ihre ausführliche Erzählung deutlich wurde, war das Natalja sehr an den menschlichen Zügen und Emotionen ihres ehemaligen Daseins hing. Was Lola inzwischen als sehr unnatürlich empfand. Es war zu viel und zu unnötig. So viel unnütz ausgelebtes Gefühl. Wenn Lola Gefühle zeigte, dann wirklich wohl dosiert. Das Natalja es bedauerte, dass ihr Sire tot war, verstand Lola, das war durchaus etwas sehr einschneidendes. Trotz alledem hätte ein einfaches Bedauern ohne Überschwang gereicht. Die Vergangenheit konnte man nicht ändern und ihre Zukunft war inzwischen sehr positiv verlaufen. Vermutlich war sie ohne ihren Sire besser dran. Denn so hatte sie Marius, auch wenn Lola das überhaupt nicht schmeckte, als Mentor erhalten. Diese überschwänglichen Gefühle, welche Natalja zeigte, waren in ihr bereits gestorben und von ihr als unnütz bewertet worden. Für sie wirkte dieser emotionale Ausbruch von Natalja einfach nur karikativ. Diese zwei Persönlichkeiten hätte nicht unterschiedlicher sein können. Das würde ein interessantes Zusammenleben werden.
Ausbildung und Prinzipien
Natalja bekundete auch, dass sie jetzt in der Ausbildung bei Marius sehr viel lernte. Sich zu beherrschen. Tom ihr Guhl, war auch nur ihr Guhl geworden, weil sie ihn in einem unbeherrschten Moment ihren Mitbewohner angefallen und ihm die Schulter herausgerissen hatte. Lola war verwundert darüber, warum sie ihn dann zu ihrem Guhl gemacht hatte, sie hätte ihn ja "entsorgen" können. Möglicherweise hatte sie noch nicht gewusst wie. Natalja gab bestürzt kund, dass sie nicht gewollt hatte, das er stribt und ihn deshalb zu ihrem Guhl gemacht hatte. Im Nachgang erschien ihr das auch sehr praktisch. Er konnte sich jetzt um alle Angelegenheiten am Tag kümmern.
Im Nachgang ... sie war so weich und Menschen ... sie waren so zerbrechlich. Es machte viel mehr Spaß den Abschaum unter ihnen der die Gesellschaft verdreckte zu jagen auf eine herrlich sadistische Art. Danach würden sie nie wieder die selben sein und im besten Fall würden sie sich einweisen und Weg von der Straße sein. Lola hatte da inzwischen ihre Praktiken verfeinert. Nicht um Sonst gab es "Violett Nyx". Letzeres, dass Menschen so leicht kaputt gingen und sie sie aber sehr gern jagdte sprach sie laut aus. Was zu Entsätzten bei Natalja und Stirnrunzeln bei Marius führte. Scharf erkundigte er sich, an was sie sich denn noch festhielte? Verwirrt sah sie ihn an. Was meinte er, festhalten.
Er sprach von der Menschlichkeit oder anderen Prinzipien, dass das Tier im Zaum gehalten wurde. Bisher hatte sie es gut geschafft und vorallem was wollte er mit Menschlichkeit, derjenige der davon sprach, dass ein Guhl nichts weiter ist als ein Werkzeug, ein Stuhl. Wenn dieser Stuhl seinen Dienst nicht mehr tat war er austauschbar. Lola hatte bei den Menschen ja wenigstens noch die devise dass sie wie Tiere anzusehen waren und man Tiere auch pflegen musste bzw. die Herde in Ordnung halten musste. Und dafür mussten ab und an die kranken Tiere entfernt werden.
Natalja erklärte, dass es für sie sehr wichtig war ihre Menschlichkeit zu halten. Für Lola wirkte es lachhaft, an so etwas würde sie nicht festhalten. Warum sollte sie sich solch niederen Prinzipien unterwerfen, sie war schließlich die nächste Evolutionstufe, da konnte sie auch ihre eigenen Regeln aufstellen. Aber an was sie sich konkret festhalten wollte wusste sie adock auch nicht. Nur das Marius ihr Leitstern und Vorbild war.
Da warf Natalja ein, was wäre, wenn er nicht mehr ihr Mentor war. Lola überlegte kurz, dann war sie frei. Bei diesem Kommentar zog Marius scharf die "Luft" ein. Eine Geste die wohl noch ein Überbleibsel von vor seiner neuen Existens war. Er hielt ihr eine feine aber kleine Standpaucke, dass diese Antwort nur diejenigen gaben, die nicht wussten an was sie sich festhalten sollten und das führte unweigerlich dazu, dass man sich verlierte. Sie wisse die Konsequenzen, welche darauf folgten. Vernichtung. Jeder Gangrel, der untragbar für die Gesellschaft wurde, würde vom Clan vernichtet werden. Die alten Rechte.
Lola musste sich tatsächlich eingestehen, dass sie wirklich adock nicht wusste an was sie sich festhielt. Sie würde wohl darüber meditieren müssen. Diese neue Übung verhalf ihr für innere Ruhe und auch zu Klarheit. Beklemendes Schweigen durchzog den Raum, in welchem Lola bedrückt zur Seite blickte. Ohne klare Antwort um ihre Festigkeit zu bestätigen konnte sie Marius nicht in die Augen sehen. Es verging ein kurzer Moment der Stille bis plötzlich der Flummi das Schweigen brach und versuchte das Gespräch auf etwas Positives zu lenken.
Aufgeregt erkundigte sie sich, wie Lola nun hier her gefunden hatte. Dieser Frage stimmte Marius zu. Hätte er sich am Abend bereits mehr als 5 Minuten zeitgenommen, hätte er die Antwort bereits gewusst. Das teilte sie ihm auch knapp mit. Es störte sie auch unweigerlich, dass aus einem unter vier Augengespräch ein unter 6 Augengespräch wurde. Aber dabei sollte es bleiben. Marius erklärte ihr noch mal, dass der Abend der falsche Platz dafür gewesen war und er sich jetzt sehr gern Zeit für sie nahm. Lola beeugte Natalja genervt, mehr Zeit alleine würde sie wohl heute nicht bekommen. Aber was brachte es ihr weiter zu Schmollen, es würde sich nichts an der Gesamtlage ändern. Zudem erklärte Marius, dass er die nächsten Tage noch hierbleiben würde, da würde sich sicher noch mehr Zeit finden lassen, alleine mit ihm. Evtl würde er sich auf einen Lauf durch den Wald mit ihr einlassen. Marius sah ihren Blick, er bekundete, dass sie sich eh aneinander gewöhnen würden müssen, denn er wollte, dass die beiden für ihn seine Augen und Ohren waren auf den Abenden. Natalja sah ihn verwirrt an, wer würde denn ihr schon etwas erzählen. Sie war so schrecklich Grün hinter den Ohren. "Keiner wird uns beachten, damit sind wir die idealen Spione. Da uns keiner Aufmerksamkeit schenkt sind wir unsichtbar und jeder wird uns als ungefährlich betrachten und daher glauben, dass man uns alles erzählen oder neben uns alles erzählen kann. Genau das selbe hatte sie für Lucien Morel gemacht, alle ausspioniert. Man bekam sehr viel mit. Lernte über die Dynamik innerhalb der Gesellschaften wie sie sich bewegte und funktionierte und erhielt im besten Fall nebenbei noch etwas. Damals war es Freigang gewesen. Mehr als das bereits das Gesagte äußerte sie nicht. Sie wollte nicht das Marius einen schlechten Eindruck von ihr bekam. Sie wusste nicht wie er darauf reagiert hätte, wenn er herausfinden würde, dass sie für einen Tremer alle auspioniert hatte. Zudem vorallem ein gewisser Seneschall seine liebste ab und an ... naja. Ein anderes Thema. Also begann sie mit ihrer Erzählung wie sie letzten Endes in Paris und nun hier gelandet war.
Die Suche beginnt in Paris
Nachdem der Todmannschalter ausgelöst hatte und sie damit wussten, das etwas mit Marius nicht stimmte. Hatte sich eine Toreador bereit erklärt ihn zu suchen. Sie hatte das wohl in ihren früheren Leben öfter schon gemacht. Diese kam dann aber auch nicht mehr zurück. (Hier warf Marius ein, dass sie ihn gefunden hatte, aber wie er auch nicht mehr zurück konnte und leider jetzt jedoch als verschollen galt und er sie nicht finden konnte.) Alle im Hain wurden unruhig und Lola war wütend das keiner nach Marius suchen wollte. Es gab Begründungen wie, wenn zwei Vampire schon verschwunden waren, war es nicht klug in die selbe Falle zu treten. Lola war frustriert, wie Feige alle waren. Sie wollte das nicht sein, sie wollte Marius suche und sicherlich auch finden. Also bettelte sie Salome an, dass sie ihr half nach Paris zu gelangen. Also vorallem ihr einen Vormund für einen 2-Wöchigen Aufenthalt zu besorgen. Sie ließ ihre Beziehungen spielen, womöglich auch etwas anderes und erhielt einen Kontakt von einem gewissen Tremer. Sie führte kurz einen Schriftverkehr mit einem gewissen Hr. Morel und gab Lola den Brief mit, damit sie sich ausweisen konnte.
Nun musste nur noch die Reise geplant werden. Sie würde mit dem Nachtzug nach Karlsruhe und dann weiter von dort nach Paris fahren. Salome fragte sie x-Mal, ob sie das wirklich machen wollte. Es könnte bedeuten, dass sie nicht mehr wieder kam oder gar vernichtet werden würde. Lola beteuerte zu dieser Zeit, dass sie wusste was sie tat und sie definitiv nicht auf bessere Zeiten hoffen würde und selbst in Aktion treten wolle. Salome gab sich irgendwann geschlagen. Also brachte sie sie noch in die nähe des Bahnhofs von München, gab ihr einen Kopfstupser, ganz wie es ihre Art war und ließ Lola ziehen.
Aufgeregt stieg Lola in den Zug, welcher sie nach Karlsruhe brachte. Dunkel erinnerte sie sich daran, dass sie sich recht bald "komisch" fühlte. Als würde ihr schummrig werden. Tatsächlich wurde ihre Welt als sie die Stadtgrenzen passierte schwarz. Sie erwacht erst wieder, als sie in Karlsruhe angelagnt war. Kurz bevor ihr schwarz vor Augen geworden war, meinte sie ein Lachen und einen Namen gehört zu haben. Malfeis oder so ähnlich. (Dies war der Name den auch Emma ihr bereits genannt hatte. Ein Alter vom Clan des Mondes, der in München seinen Einfluss so ausgedehtn hatte, dass es eben zu diesem Problem kam, dass man hinaus kam aber nicht mehr hinein.) Sie fand es zwar eigenartig, dachte sich aber noch nichts dabei und fuhr weiter nach Paris. Dort angekommen folgte das böse Erwachen. Der Tremer, Lucien Morel, welcher Salome sogar geantwortet hatte auf ihren Brief, kannte den Schriftverkehr nicht. Zum Glück jedoch seine Handschrift und die von Salome. Also aktzeptierte er den 2-Wöchigen aufenthalt bei ihm. Vorallem da es schien, dass Hr. von Schellersheim ihm die Anordnung gegeben hatte. Als dies geklärt war suchte Lola Marius bei den Gypsies. Diese erklärten jedoch, dass Marius seit geraumen 2 Jahren nicht mehr bei ihnen war, was unmöglich erschien, denn er war vor seiner Abreise 1 Jahr zuvor bereits bei ihnen gewesen. Es erschien ihr immer absourder. wie als wäre sie in einem falschen Film aufgewacht.
Dann berichtete sie von ihrer Heimreise. Je näher sie München kam desto mehr tobte ihr Tier, sie war kurz davor in Raserei zu verfallen, also löste sie eine Notbremsung aus bevor sie den ganzen Zug niedermätzelt hätte. Auch dass sie danach unerlaubter weiße in einer Domäne aufgehalten hatte und nach Marius in Eching gesucht hatte. Sie dachte, dass er erwähnt hätte dort einen Haven zu haben. Sie hatte ihn aber nicht gefunden. Somit musste sie schweren Herzens wieder zurück nach Paris zu Lucien Morel ist. Dort verblieb sie. Marius frage, warum sie dort geblieben war. Verwundert über die Frage, erklärte sie, dass sie sicher nicht ohne Vormund geblieben wäre und er war der einzige den sie auftreiben konnte in einer kurzen Zeit. Zudem wäre Salome losgezogen und hätte sie gesucht, hätte sie bei diesem Herren als erstes gesucht. Demnach war es das Klügste dort zu bleiben. Ebenso hatte sie gehofft, das Marius irgendwann seinen jährlichen Urlaub wieder gemacht hätte, was nicht so war. Also war die logische Schlussfolgerung dort zu verweilen und zu hoffen, das sie Marius irgendwie finden konnte. Er verstand nun warum sie ihn nicht wieder in der nähe von München gesucht hatte und dies war ihr sehr wichtig.
Loyalität
Neckend meinte er, dass er sich wohl bei diesem Herr Morel bedanken müsse, dass dieser 5 Jahre lang auf Lola aufgepasst hatte. Entsätzen stahl sich auf Lolas Gesicht: "Besser nicht." Verdutzt zog Marius eine Augenbraue hoch. "Sollte ich etwas wissen? Hast du ihm Ärger gemacht?" Kurz und Knapp erwiederte Lola "Ja, mit purer Absicht. Er hatte es verdient hin und wieder daran erinnert zu werden, dass er, nur weil er ein "Neonat" war sich nicht gehässig mir gegenüber aufzuführen brauchte." Kritisch Prüfend erkundigte sich Marius, ob er das auch befürchten musste, wenn sie gernervt von ihm war. Wie kam er nur auf solche Gedanken. Tatsächlich verwundert über diesen Irrweg, erweiderte sie ein starkes "Nein, natürlich nicht!" - "Achja, und warum?" - "Weil du mein Alpha bist!". Ein Schmunzeln huschte nach dieser Bekundung über seine Lippen. Er bedankte sich, dass sie ihn immer noch als solchen sah. Als was denn sonst, grübelte Lola nach. Marius erkundigte sich noch über den Letzten Stand des Befindens der Anderen die noch immer in dem Sperrgebiet München festsaßen. Lolas Informationen waren inwzischen auch 5 Jahre alt, aber ihr letzter Stand war, dass es allen soweit wie Möglich gut ging. Salome das Rudel regelte und Saptz´s Zustand unverändert war. Wenn Keiner versucht hatte sie zu finden, waren sie womöglich alle noch dort gefangen. Marisu wirkte, beim Gedanken an sein Rudel wehmütig. Er vermisste alle, das war klar.
Es verging ein Augenblick in dem die beiden Kinder ihm diesen Moment ließen. Als er sich wieder gefasst hatte, begann er vom Grund zu sprechen, warum er nicht in Paris gewesen war. Es hat in den Isarauen ein Krieg gegen den Sabbat geherrscht. Dieser hatte die Domäne die letzten 3 Jahre in Atem gehalten. Der Kopf des Feindes wurde zwar angeblich besiegt. Aber der Sabbat ist leider eine Sekte die auch sehr stark war und hartnäckig. Ebenso war diese zur Camarilla wie Feuer und Wasser. Keiner konnte mit den Prinzipien des anderen Leben und das Gegenüber musste ausgemärzt werden. Nachdem Marius wie immer, wichtig geworden war für die Domäne, war er sehr stark in diesen Krieg involiert gewesen und hatte somit keine Zeit gehabt seinen Paris Urlaub zu tätigen, welchen tatsächlich langsam gern nachholen würde.
Beiläufig erwähnte er auch, dass die Problematik für alle Bürger aus München und ihren geleisteten Eid an Ferdinand von Bayreuth durch ihn hier geklärt worden war. Die Bürgerrechte gehen automatisch auf den hießigen Fürsten - den Lola sehr Launenhaft fand - über bis zu dem Tag, wenn Ferdinand von Bayreuth auftauchen würde. Für Marius war es eine selbstverständlichkeit, dass er sich um dieses Detail kümmerte, ganz beiläufig war klar. Es zeigte einfach wie großartig er war und wie ergeben. Nach dieser kurzen Anmerkungen schweiften die Drei ab und tauschten aus wie sie den jetztigen Fürsten fanden. Lola war recht zufrieden mit ihrer Einschätzung, dass er launenhaft war. Marius ergänzte dass Ferdinand von Bayern und Ferdinand von Bayreuth nicht unterschiedlier sein könnten. Der eine hatte einen Stock im Arsch der andere denunzierte jemanden nur weil nicht eingeladen worden war. Obwohl das Vorgehen des heutigen Gastgebers wirklich nicht durchdacht gewesen war. Lädt alle Vertreter des Fürsten ein aber nicht ihn selbst. Tremer ... kein Feingefühl.
So verstrich dieser Abend. Kurz bevor das Morgenrot den klaren Nachthimmel in sanftes Orange tauchen würde, ging Marius nach draußen und "versank" in der Erde. Als Marius weg war, nutzte Lola den Moment. Sie überraschte den Flummi drückte ihn an die Wand und riss ihre Hände nach oben, um verwundbare Stellen an ihrem Körper frei zu legen. Leise hauchte sie in ihr Ohr: "Ich bin nicht das Omega in unserem Rudel, dass das klar ist!" Es war eine deutliche Drohung. Lola dachte, dass dies vermutlich ausreichen würde um den Flummi einzuschüchtern und sie auf ihren Platz zu verweisen. Da hatte sie sich aber getäuscht. Natalja entwendete sich ihren Griffs mit einer außerodrentlichen Kraft, die sie dieser Gestalt nicht zugetraut hätte. Diplomatisch entgegnete sie ihr, dass sie wohl beide auf dem selben Platz in diesem Rudel waren. Dieser Ansicht war Lola nicht. Tatsächlich sprach Natalja eine Herausforderung an Lola aus. Sie würden diese Thematik auf dem nächsten Ting regeln. Überrascht aber im Positiven Sinne nahm sie die Herausforderung an. Bis dahin würde Waffenstillstand zwischen ihnen herschen. Lola freute sich darauf. Bis dahin konnte sie noch alles über den Flummi herausfinden. Danach wäre klar das Natalja der Omega war und zwar für alle.
Nachdem diese Thematik geregelt war, zeigte ihr Natalja ihr neues Zimmer. Es war das Gästezimmer, das sie beziehen durfte. "Fühl dich ganz wie zuhause!" Nett gemeint aber weit gefehlt. Dieses Haus war in keinster Weise wie der Hain. Aber Marius war da und überall wo Marius war, war Lolas Zuhause. So verging die erste Nacht in ihrem neuen Heim mit Marius. Endlich sie hatte ihn gefunden.
Kriegsspiel und Waffentraining
Am nächsten Abend, wachte Lola erschrocken auf, weil ihr die Umgebung so unvertraut war, dass sie kurz dachte, sie wäre von Morels Handlangern in der Nacht verschleppt worden. Was gern mal passiert war. Nachdem sie aber eine Zeitlang kerzengerade im Bett saß kamen die Erinnerungen wieder zurück. Marius, sie hatte ihn endlich wieder gefunden und war in ihrer neuen Bleibe. Dieser Zustand war ungewöhnlich und freudig befremdlich.
Schnell zog sie sich an und ließ tatsächlich sogar ihre Dreadlocks draußen um zu prüfen, ob sie sich wirklich nicht getäuscht hatte und sie nicht doch verschleppt worden war. Aber die Stimme des Flummies der anscheinend schon deutlich länger wach war als sie selbst erschallte in der Wohnküche und begrüßte sie mit einem heiteren "Guten Morgen Mitbewohnerin!" Sie war einfach zu viel für Lola. Über ihre Lippen kam ein knappes "Morgen" Das Einzige was sie noch wissen wollte, war ob sie Marisu schon gesehen hatte. Natalja meinte, dass er sicher bald klopfen würde. Er würde auch etwas länger schlafen. Sie selbst war schon seit einer Stunde wach. Sie wachte immer um die selbe Zeit auf. Allerdings hatte sich diese mit den Jahren verändert. Es wurde immer später. Seit ca. 1 einhalb Jahren war es nun eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang, dass sie aufwachte. Sie musste Marius fragen, ob er wusste woran das lag.
Es verging noch eine kleiner Augenblick, da klopfte es wirklich an der Türe. Marius trat ein. Sie gab ihn noch einen Moment bis er sich gänzlich orientiert hatte. Sie wusste, dass er ein Morgenmuffel war. Ganz anders der Flummi, sie bewarf ihn förmlich mit einem Guten Morgen. Auch Marius schien das zu viel zu sein. Lola zog ihm einfach einen Stuhl raus und suchte ihn der Küche nach einen Kaffee. In der Anfangszeit hatte sie gesehen wie er am Abend an seine Rechner gewatschelt war und dort Kaffee getrunken hatte. Er hatte sich kurz vor Sonnenaufgang auch ordentlich desshalb übergeben, aber er konnte es erstens drinbehalten, bis zu diesem Punkt und 2. trank ihn auch wenn er ihn wieder auskotzte am Abend. Das Einzige was da war, war ein Instand Kaffee. Also kochte sie kurz heißes Wasser auf und goss es ihm in die Tasse. In dieser Zeit hatte er sich gesetzt und sah ihr aufmerksam zu. Als sie ihm die Tasse reichte, sah er sie verwundert an, dankte ihr aber. "Hast du geglaubt ich hätte das vergessen? Ich weiß dass du diese Angewohnheit hast."
Die drei plauderten in einer für den Flummi vermutlich sehr unterkühlten Art und Weise, für Marius und Lola allerdings recht herzlich, miteinander. Danach erkläte Marius, dass er zuseinem Geburtstag im Juli einen Abend gab. Dort würde er gern ein Spiel spielen und sie sollten seine Schiedsrichter sein. Lola ahnte, welches Spiel er spielen wollte. Sie war damals eine Mitspielerin gewesen und dies war auch der erste Abend für sie in der Gesellschaft gewesen. Dieses Spiel hatte zu einer hitzigen Auseinandersetzung zwischen Marius und seinen Gästen geführt. "Das Spiel, was du schon mal gemacht hast an deinem Geburtstag als wir beide noch in München waren?" - "Ja, genau das." Marius erklärte Natalja, dass es verschiedene Spiele geben würde, der Gewinner würde vom Verlierer Marken oder Ähnliches erhalten. Diese Marken bekam jeder Mitspieler am Anfang ausgeteilt. Er würde aber nichts zu den Regeln erklären. Das war sozusagen das erste Spiel. Die Mitspieler dürften entweder Lola oder Natalja oder ihn selbst fragen. Aber beiden war es Verboten, das Spiel zu erklären, sie durften nur auf konkrete Fragen eingehen. Sonst würde es die Finesse nehmen. Zusätzlich hatten die Marken eine unterschiedliche Wertung. Hinzu kam, dass es auch Minus Werte gab. Lola fühlte sich geehrt, dass er unteranderem ihr die Aufgabe des Schiedsrichters geben würde. Sie erkundigte sich, was passieren würde, wenn jemand sie zwingen würde, durch eine Fähigkeit, die Spielregeln preis zu geben. Marisu meinte, das dies legetim sei. Das würde sicher ein Spaß werden. Natalja war auch sichtlich aufgeregt darüber.
Es verging eine Stunde in der sie ausführlich über das Spiel sprachen. Dann war alles gesagt, was zu diesem Zeitpunkt gesagt werden musste. Also begann Marius in guter alter Manier mit Waffentraining. Lola hatte schon lange keine Waffe mehr zerlegt, aber es gelang ihr noch. Aber nur zerlegen war langweilig. Sie erinnerte sich daran, das Marius irgendwann ihr befahl, nachdem sie es geschafft hatte, die Waffe zusammen zu bauen auf ihn zu schießen. Wen er erster fertig war würde er das selbe tun. So übte man auf Personen zu feuern. Also warf sie diese Idee ein und Marius war einverstanden. Natalja jedoch zierte sich. Sie beteuerte immer wieder, dass sie nicht auf Personen schießen könnte. Lola sah sie nur an und baute wie sie ihre Waffe zusammen. Man sah deutlich das Natalja diese Übung in der letzten Zeit öfter durchgeführt hatte, sie war wesenetlich geübter und dadurch schneller. Aber es kam wie es absehbar war. Sie zögerte. Ihre Waffe zitterte und es ertönte kein Schuss. Das gab Lola die nötige Zeit mit ihrere Waffe fertig zu werden. Sie hob die Waffe, zielte auf die Schulter ihrese Gegenübers und feuerte ohne zu zögern. Die Kugel traf ihr Ziel. Schießen konnte sie. Natalja schrie vor Schmerz auf und flog vom Stuhl. Lola sah sie blaffend an. "Was war los, warum hast du nicht auf mich geschossen? Du warst fertig!" Wieder wimmerte sie, dass sie doch nicht auf sie schießen konnte. Warum, es würde lediglich ein Loch in ihren Körper gestanzt werden, was sie wieder verschließen konnte. Mehr nicht. Auch Marius steuerte bei, dass es besser war auf einen Freund zu schießen, denn dann wusste man, dass es kein Ernstfall war. Jämmerlich wimmernd saß Natalja vor Lola. Sie vorderte sie auf die Waffe erneut auf sie zu richten und dieses Mal zu schießen. Was sie tatsächlich tat. Der Schuss ging meilenweit an ihr vorbei. Sie waren wohl noch nicht beim Zielen angelangt. Tatsächlich machte in Lola sich ungedult und unglaube breit, daher ging sie zum Flummi und brachte ihr bei wie man zielte. Dann stellte sie sich wieder vor sie und forderte sie auf zu schießen. Dieses mal tat sie es und es klappte.
Lola warf die Erschütterung des Einschlags zu Boden, aber im Gegensatz zu Natalja unterdrückte sie jeden Schmerzensaufschrei. Es gelang ihr auch, da sie sich hatte mental vorbereiten können. Sie hatte sie direkt in die Brust getroffen. Ihre Luftröhre und Lunge waren durchsiebt. Was sie auch merkte, denn das Sprechen viel ihr schwer. Kurzerhand heilte sie sich selbst und Natalja konnte zu sehen wie gekonnt sich Lola verartztete. Sie war fasziniert. Anscheinend schaffte sie es selbst noch nicht so gut, eine Wunde wieder zu verschließen. Sie hatte definitv noch einiges an Übungsbedarf in diesen Bereichen. So verbrachten sie einige Stunden des Nachmittags. Waffe zusammenbauen, feuern, heilen. Waffe zusammen bauen, feuern, heilen. Lola machte das wahrlich Spaß.
So verging die Zeit ihres zweiten gemeinsamen Abends.