Leben im Hain

Leben im Hain

Marina begriff schnell, dass sie vom Regen in die Traufe gekommen war. Gregor war für sie, der personifizierte Teufel. Zumindest am Anfang. Es verging kein Tag in Angst vor ihm. An jedem Abend befürchtete sie wieder einmal ein Opfer seiner körperlichen und geistigen Folterungen zu werden. Einmal hatte er sie an einem Baum, mit Nägel durch ihre Hände, geschlagen und ihr dann langsam, über den Körper Schnitte zugefügt. Das andere Mal sollte sie sich ihr eigenes Grab schaufeln. Zwei Meter tief in den Boden, dort vergrub er sie, nach dem er sie verprügelt hatte. Ganz zwei Nächte musste sie so verbringen. Der Blutverlust löste in ihr unglaublichen Durst aus, der sie fast in den Wahnsinn trieb.

Das erste Jahr verbrachte sie in Angst und Schrecken vor ihm. Sie war kurz davor sich einfach selbst in brand zu stecken und Suizid zu begehen. Als sie gerade dabei war sich das Benzin, was sie von einer Tanke die in der Nähe war geklaut hatte, drüber zu schütten, Begriff sie, dass alles was er ihr antat, sie stärker machte. Denn er zeigte ihr jedes Grauen was es gab und sie konnte lernen es zu ertragen und nicht dran zu zerbrechen.

Nach diesem Tag veränderte sich auch ihre Sicht auf ihn gegenüber. Er war nicht mehr ihr Folterknecht, er war ihr Lehrer. Klar würde sie sich auch nicht von ihm alles gefallen lasse, aber ihre komplette Sicht hatte sich geändert und sie begann ihr neues Leben zu genießen. Er tat ihr immer noch grausame Dinge an, aber sie ertrug sie mit neuer Kraft und mit neuem Willen. Ab diesem Moment nannte sie sich auch Lola und nicht mehr Marina. Ab diesen Moment fühlte sie sich neugebohren. Sie war kein Mensch mehr, sie war ein Vampir der auch begriffen hatte, was es heißt ein solcher zu sein und wie viel wert es war.

(Erklärung warum sie diesen Namen gewählt hat wird noch überlegt.)

Nur einmal verlor sie bis dahin über sich die Beherrschung. Er Fesselte sie und schmiss sie in den Fischteich der nahe ihrer Schlafstätte war. Die Karpfen fraßen ihr totes Fleisch von den Knochen. Sie ertrug diese unglaublichen Schmerzen. Diese Schmerzen wollte sie nie wieder ertragen, deshalb musste sie verhindern, dass Gregor ihr das je wieder antun konnte. Nachdem er sie wieder aus dem Teich geholt hatte und sie sich wieder regeneriert hatte, ging sie zu jenem Teich und wollte alles Leben darin vernichten. Blanke Wut trieb sie an. Hier zeigte sich auch das erste mal ihre Gabe mit Tieren sprechen zu können. Als sie so voller Hass ins Wasser starrte und im Geist den Fischen befahl zu ihr her zu kommen, passierte auch genau dies. Verblüfft darüber aber nicht undankbar tötete sie jeden Fisch den sie in die Finger bekam, bis sie in mitten einem Haufen toter Fische saß.

Ihr wurde erst danach klar, dass sie, deshalb diese von Gregor gestellte Aufgabe nicht geschafft hatte. Daher blieb sie an Ort und Stelle und wartete auf Ihn. Er würde sie suchen und auch finden. Genau so geschah es auch. Sie stand auf kam zu ihm herüber, sah ihm in die Augen: Gregor ich habe einen Fehler gemacht, bestraf mich! Sie wusste, dass er diese Tat nicht ungesühnt lassen würde. Ihr war klar, dass die Prügel die sie von ihm bekam nur eine direkte Reaktion auf ihr Verhalten war. Die eigentliche Strafe würde noch kommen.

Zwei Wochen später, kam das Echo auf ihre Tat. Er fesselte sie noch während sie schlief und sperrte sie in ein krankenhausartiges Zimmer ein. Alles erinnerte sie an die Tage als sie von der Milizia gefangen gehalten und gefoltert wurde. Dies versetzte sie schon in schiere Panik. In dieser Zelle folterte er sie zusätzlich noch und lies sie über mehrere Tage ausbluten. Bis das erste mal ihr Tier durchbrach und sie retten wollte. Dieses mal war es keine Lehreinheit, es war Rache. (Alex befragen ob Gregor Lied der ruhe kann) Sie geriet in Raserei und wollte Gregor ihren Peiniger angreifen. Sie wollte einfach, dass es aufhörte. Er schaffte es spielen sich aus ihren Fängen zu befreien, aber auch hier begriff er, dass er sie nicht brechen wollte und die Strafe genug war.

Seit diesen Tag trug sie das erste Mal auf ihrer Haut. Es war ein Fell.

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