Der Brief
Lola hat die Info von "Sebastian" der ihr früher aus Paris bekannt war erhalten, dass er zumindest, laut dem Namen einen Hr. Weißfell in den Isarauen, wo er jetzt aktuell Wohnhaft ist, gefunden hätte. Er würde ihr anbieten bis zur Übergabe, auf sie "aufzupassen" und sie ihm vorzustellen. Er würde dies als Schuldenbegleichung bei ihrem Aktuellen Mentor ansehen.
Gesagt getan, Lola war unverzüglich da. Zuvor hatte sie ihre Guhle noch einschlafen lassen. Sie wollte ihre Zelte komplett in Paris abreissen. Wenn es wirklich Marius war, wollte sie nie wieder, außer für "Urlaub" zurück und sie würde Marius zu einem zweiten Urlaubsort verlocken wollen, von Paris hatte sie vorerst genug.
Erfreuliches Wiedersehen
Sebastian, wie sich jetzt Rene neuerdings nannte, hatte sie "herzlich", für ihres gleichen, empfangen und vom besprochenen Treffpunkt abgeholt und sie in eine Wohnung gefahren, wo sie ein Zimmer bezog. Es war ein Bett darin, ein gefüllter Kühlschrank und Rollläden die sie komplett runterlassen konnte zum Schutzt vor der Sonne. Was brauchte man mehr. Sie hatte ihre wenigen Habseeligkeiten, die sie noch hatte bzw. die sich sich am Bahnhof in Paris beschafft hatte ihren Rucksack gepackt und legte diesen jetzt vor ihrem Bett ab.
Selbstverständlich hatte sie sich noch die Mühe gemacht Rene ein adequates Gastgeschenk zu besorgen, ein kleines französisches "Brozeitmesser", so hatte sie es genannt, als sie es ihm übergeben hatte. Es war ein Laguiole Messer, ihrer Meinung nach perfekt. Ebenso hatte sie für den Gastgeber französisches Blut dabei, sie wollte schließelich einen guten Eindruck machen, damit sie nicht frühzeitig vom Abend verwiesen wurde. Rene war auch so freundlich ihr das Geschenk überreichen zu lassen. Also alles lief sehr gut. Wenn nun auch der Vampir Marius war, wäre sie seit langem mal wieder wirklich glücklich! Sie spürte wie sich eine seltsame Aufregung in ihren toten Gliedern breit machte. Das war inzwischen ein äußerst seltenes Phänomen. Meist fühlte sie sich leer und tot daher liebte sie auch die Ausschweifenden Exzesse des Toreadors, der allerdings auch zu einem ähnlichen Zeitraum verschwunden war wie Rene. Ob das zusammen hing. Sein Sire war schließlich die Geißel gewesen. Evtl hatten sie eine Hinrichtung vollzogen die nicht hätte stattfinden dürfen. Obwohl die Geißel ja dazu befugt war, wenn ein Notfall vorlag. Aber wer weiß was passiert war, vielleicht ergäbe sich ein passender Augenblick in dem sie Rene unauffällig dazu befragen konnte. Da wäre die Fähigkeit von Marius sehr praktisch. Er konnte stehts mit einem Blick bewerten ob jemand log oder zumindest extrem Nervös war. Vielleicht würde er ihr diese irgendwann beibringen, vorrausgestzt er war es.
Es kostete sie einige Mühe nicht wie ein wilder Tiger in ihrem Zimmer auf und ab zu schreiten und gespannt auf den nächsten Abend zu warten. Eine kleine Ablenkung bot sich ihr, als Rene herein kam und sie noch einmal die Ettickete abfrage. Allerdings war er nach 30 min sehr zufrieden mit ihren Fähigkeiten. Aber wie sollte es auch anders sein, sie war nun kein Anfänger mehr in dieser "Disziplin" und Hr. Morel hatte mit nachdruckt dafür gesorgt, dass sie sich korrekt verhielt. Was die meisten überraschte, da sie Gangrel war und somit sofort zu einem massiven Pluspunkt in der Gesellschaft führte. Also eigentlich hatte sie dadurch nur Vorteile gesammelt. Als wäre es das wichtigste, sich richtig zu verbeugen und die perfekte Ansprache zu können. Lola fand es ebenso extrem lächerlich, das man wegen so einer Unwichtigkeit jemanden gesellschaftlich denunzieren konnte. Als gäbe es nichts wichtigeres. Gut keiner sollte sich aufführen wie offene Hose aber ob nun die Verbeugung in der korrekten Tiefe war, ob der Fürst mit "ehrenwerter" oder "hochwohlgebohrener" angesprochen wurde sollte nicht ausschlaggebend darüber sein, ob jemand egal welche Fähikeiten er besaß und nützlich er war, gesellschaflich ruiniert werden können. Aber so war die Camarilla und sie beugte sich dieser auch wenn sie geteilter Meinung dazu war. Ebenso würde sie tunlichst vermeiden ihre Gedanken laut zu äußern. Zumindest solange sie Kind war und ihr Leben davon abhing. Hinzukam, dass wenn man jemanden runieren wollte es damit ein leichtes war am Ast, den man absägen wollte, kerben zu hinterlassen. Was wiederum in Lolas Welt lächerlich war, dass man darüber eine Angriffsfläche hatte. Aber daher wusste sie, wie wichtig es war sich auch dementsprechend zu verhalten, um nicht schon bei diesen Kleinigkeiten eine Angriffsfläche zu bieten. Von dem her, war Rene am Ende seiner Einweisung äußerst zufrieden. Wie jeder andere eben auch. Brav senkte sie entsprechend der Personen die er vorspielte den Kopf, wählte die passenden anreden und sagte die 6 Traditionen auf, erklärte die Etickette und evuola, er war sichtlich beruhigt für den bevorstehenden Abend.
Er teilte ihr noch mit, dass er die Sicherheit an diesem Abend übernahm, sie bot ihm diskret einen helfende Hand an, ging aber nicht davon aus, dass er sich auf das Risiko einließe und er wusste bei wem er dann in der Schuld stehen würde, sollte die Übergabe vor dem Ende des Abends entstehten und er sie nicht aus seinen Diensten entlassen, weil er sie in der Planung mit einkalkuliert hatte. Und welcher Gastgeber vertraute schon einem "Kind" das er noch nie gesehen hatte. Von dem her war sie sich sicher, er würde ihre Hilfe nicht in Anspruch nehmen wollen.
Danach verschwan er und war sichtlich nervös. Ebenso schien noch etwas vorgefallen zu sein, aber er sagte nicht viel dazu. Er sah aber ganz schön mitgenommen aus.
Abgesehen von diesem Zwischenfall, versuchte sie die Zeit mit ihrem neuen Buch tot zu schlagen. Es war der neue Roman von Fitzek den sie einem schlafenden Passagier am Bahnhof in Karlsruhe entwendet hatte. Menschen waren so gut gläubig. Herrlich. Es war sehr spannend, aber dennoch diese unbekannte und seltene Aufregung stahl sich doch immer wieder in ihren vermeintlich abgelenkten Geist. Hoffentlich war er es! Hoffentlich war es Marius und sie hatte ihn endlich wieder. Sie malte sich tausend Szenen aus, wie es wohl sein würde ihn endlich wieder riechen zu können oder ihn zu umarmen. Endlich wieder an seiner Seite in seinem Rudel. Sie hatte ihn schrecklich vermisst. Er war, und das gestand sie sich inzwischen ein, ihr Leitstern geworden. Den sie so lange gesucht hatte. Ob er auch das selbe fühlen würde, wenn sie vor ihm stand. Ob er sie vermisst hatte oder ob sie eigentlich nur ein nerviges kleines Kind war, das er froh gewesen war los zu sein. Kurz flammte Panik in ihrem kalten Herzen auf, dann aber beruhigte sie sich, dass er sonst nicht dafür hin gewirkt hätte sie am leben zu erhalten und tunlichst bemüht gewesen war sie so zu unterweisen, dass sie letzten Endes freigesprochen werden sollte.
So vergingen die Stunden, zum Glück zwang sie ihr neuer Schlafrythmus in einen traumlosen und sicher eintretenden Schlaf. Denn wäre sie noch menschlich hätte sie in dieser Nacht kein Auge zugemacht.
Aufregung
Ihre Anreise erfolgte sich mit Fr. Schneider des Herolds der Isarauen und des Vogtes Hr. von Angersbach. Nach der offiziellen Vorstellung und allgemeinen Neugier, wie Sebastian Schober zu einem Mündel kam, wurde sie zügig ignoiert. Es kamen kurz vorm betreten der Räumlichkeiten noch weitere Gäste zum Gefolge der Amtsträger hinzu und sie wurden entsprechend ihrer wertigkeit aufgestellt. Ein Gast schien es wohl besonders verkackt zu haben, da er direkt vor die Kinder gestellt wurde. Obwohl sie dann anscheinend doch Mitleid mit ihm hatte und ihn hinter sich platzierte. Faszinierend. Die Guhl machte das Schlusslicht. Welch ein wunder, ein Nutzvieh sollte auch keinen anderen Platz haben. Sie roch allerdings lecker. Offensichtlich war sie das Sexspielzeug eines Toreadors. Wie langweilig.
Je länger sie warten musste um in die Räumlichkeiten zu gelangen, desto nervöser wurde sie. War er bereits da. War es überhaupt der richtige Weißfell. Würde er sie wieder erkennen, sie hatte sich doch sehr verändert. Hoffentlich würde er überhaupt heute unter den Gästen sein. Sie wurde wirklich richtig Nervös.
Dann ging es los. Endlich! Sie betraten den Raum. Vorsichtig ohne zu auffällig sich umzuschauen sondierte sie den Raum. Die verspiegelte Brille tat ihr übriges. Wenn sie den Kopf leicht gesenkt hielt, würde keiner ihren Blick sehen können und ihr "ungebührliches" Verhalten beobachten können. Zu ihrer großen Enttäuschung, war Marius nicht vor Ort. Hoffentlich würde er kommen! Hoffentlich würde er es sein. Fünf lange Jahre hatte sie nach ihm gesucht. Würde heute ihre Suche endlich ein positives Ende nehmen, oder zumindest ein Ende?
Endlich
Die Schlange zum Gastgeber war gefühlt unendlich lang, obwohl sie gerade mal ein 10tel von er Länge hatte, wenn sie am Hof von Paris war. Aber heute war es ihr zu lang. Um die Anspannung los zu werden ballte sie regelmäßig ihre Hände unauffällig zu Fäusten. Dann endlich sie hatten es geschafft den Gastgeber zu begrüßen, leider stellte sich herraus, dass noch weitere hochrangige Gäste vor Ort waren und davon eine eine Ancilla war. Frau Hofstätter, wenn sie sich den Namen richtig gemerkt hatte. Die Vorstellungsrunde schien kein Ende zu nehmen! Dann hörte sie etwas, ein sehr sehr vertrautes Klingen von Schnallen auf einer Tasche, ein ganz besonderer Schritt. Sie wand fix ihren Blick in richtung Türe und konnte ihren Augen kaum glauben!
Da stand er, natürlich hatte er sich nicht verändert. Dennoch er hatte auch keinen anderen Kleidungsstil an den Tag gelegt. Er war es zu 100 Prozent. Das Kopftuch, einmal das blinde und einmal das rote Auge, die Narbe die nie richtig heilte. Sein Bandagierter Arm und sein Blutgeruch. Die verschlissene Lederjacke und natürlich die Tasche, randvoll mit Zeug, die immer einen ganz speziellen Ton von sich gab, wenn die Schnallen der Tasche während er hin und her wippte im Stehen auf einander rieben. Unverkennbar, wenn man ihn wirklich kannte. Lola musste einen heftigen Impuls unterdrücken die Ettickete zu brechen und einfach loszu rennen, Sie müsste erst die Ancilla begrüßen, danach könnte sie sich den Fauxpas erlauben, alle andren stehen zu lassen. Diese Schande würde sie ihm nicht antun.
Doch es kam anders. Er erkannte sie! Ohne Rücksicht auf Ettickete sürtze er sich auf sie packte sie ungestüm und Umarmte sie während er sie schützten durch den Raum schob bis sie an einer Mauer aufprallte. Lolas heute feuriges Herz machte einen hüpfer. Sie war ihm wichtig! Und er erkannte sie sofort. Und er roch so gut! Eng presste sie sich an ihn, sie wollte nicht das der Moment endete und dann ... ein ganaz typischer Marius, er packte sie an ihrem Harschopf zog ihren Kopf nach hinten und Knurrte sie freudig eregt an 1. warum sie her war, woher sie kam und überhaupt was sie hier machte! Das führte dazu, dass Rene nicht mehr zuordnen konnte, ob nun Lola ärger bekam, weil er sie hasste oder ob irgend eine krude art von liebevoller Begrüßung war.
Als Rene sie von ihm wegzerren wollte, wäre Marius ihn beinahe ins Gesicht gesprungen und blöffte ihn nur an, dass sie SEIN war! Diese Aussage ging runter wie Öl! Lola war im siebten Himmel. SEIN! Wie schön er beanspruchte sie ohne zu zögern. Besser konnte es nicht sein. Um zu verhindern, das Rene der der Grund war warum sie hier war, zerfleischt wurde, klärte sie ganz fix auf, das sie ohne Rene nicht hier wäre und er sogar großzügigerweise die Aufsicht bis zur Übergabe an Marius übernommen hatte. Danach beruhigte sich Marius sofort und bedankte sich.
Ebenso beruhigte sie Rene, dass alles gut war und hier kein Hass vorlag. Was, wie Lola genau wusste, für aussenstehende schon so aussehen konnte. Allerdings war ihr auch schmerzlich bewusst, dass die Etickette verlangte, dass sie die Begrüßungsrunde noch zu ende machen mussten. Also betonte sie, dass sei die Ancilla noch nicht begrüßt hatte. Aber ab hier übernahm Marius die ihre Auffsicht. Wie schön! Lola freute sich und brannte darauf endlich wieder mit ihm reden zu können und zu berichten was in den 5 Jahren geschehen war.
Wiedersehen
Die Vorstellungsrunde zog sich natürlich noch etwas. Marius hielt die Etickette ordnungsgemäß ein und Entschuldigte sie sie nicht gewahrt zu haben. Lola als unbekanntes Mündel hielt natürlich den Mund bis sie die Aufforderung erhielt zu sprechen. Hier wurde ihr klar, das Marius nicht wusste, wie ihr Erziehungsstand war. Also wollte sie punkten. Sie wollte ihm erstens zeigen, dass er sich keine Sorgen machen musste und zweitens, das sie kein unbedarfter Welpe mehr war. Und das tat sie, sie war sein Schatten in Perfektion.
Als die offizelle Runde vorbei war, stellte sie ihm die restlichen Mitglieder seiner Domäne vor. Ebenso stellt sich sehr zügig heraus, das er auch hier wieder Primogen geworden war. Interessanterweise hatte er kein neues Rudel aufgezogen. Die restlichen Mitglieder waren Mitglieder eines anderen Rudels, von welchem - und Lola war sehr gespannt auf die Erklärung von dieser Konstruktion - ein in der Gesellschaft gewertetes Kind der Alpha war. Sie war aber bereits im Clan gejadgt und somit vollwertig. Sie verstand nicht so recht wie das geschehen konnte, aber es würde sich sicher später ein Zeitpunkt finden wie das passiert war. Ebenso war die Aussage "Das erklären wir dir zuhause!" sehr typisch. Auch wenn man es nicht vom Clan Gangrel glaubte, so waren sie doch alle sehr bedacht darauf ihre internas für sich zu behalten. Scar, das war der zweite Gangrel den ihr Marius vorstellte, schien der Beta des anderen Rudels zu sein. Danan war noch Parcifal da, anscheinend ein Rudelloser. Aber er schien sich sehr zu bemühen in Marius Gunst zu stehen, warum auch nicht.
Nach einer geraumen Weile, glaubte Lola das Marius ihr einen kleinen Zeitslot freischaffen würde. Aber es war eher ernüchternd. Sie gingen in dem Gang nebenan um nicht in mitten der ganzen Leute sich zu bereden und Lola freute sich sehr darauf. Da verviel er wieder in seine Typische Manier. Er blöffte sie an, warum sie nicht schneller nach München gekommen war und das richtig ruppig. In all ihren Vorstellungen die sie sich zuvor ausgemalt hatte, hatte keine beinhaltete, das er nicht nachvollziehen konnte, warum sie nicht schneller zu ihm gekommen war. Woher sollte sie wissen das er hier war? Sie hatte ihn schließlich gesucht und nicht gefunden und zulange hätte sie sich ohne Vormund nicht unangemeldet in einem fremden Gebiet aufhalten können und würde er sie fragen was geschehen war bevor er sie anblöffte würde sie dies auch wissen.
Leicht aufgebracht, ihre Nerven lagen an diesem Tag doch etwas blank, erwiederte sie nur, wie sie denn wissen hätte sollen, dass er hier war und letztendendes, hatte sie mit der Spur in Paris begonnen, wonach sie dann an einen Tremer gekettet war. Den Tremer hätte sie wohl nicht erwähnen sollen. Es kam eine sehr zügige, leicht erboste nachfrage, wie sie zu einem Tremer kam und nun ja auch Lola wusste, dass Salome es mit ihrer Treue nicht so hoch hielt und gern mal was nebenbei mit dem laut Marius, wiederlichsten und gefährlichsten Tremer der Münchner Domäne hatte. Sie verheimlichte es vor Marius sehr oft und wenn er es herausfand gab es extremen Zoff, aber er war doch etwas sehr treu was das anging und blind vor ... Liebe? War es wirklich liebe? oder einfach nur eine Art und Weise seiner Loyalität die sich da äußerte? Aufjedenfall war die Beziehung keines Wegs gesund und auch das, so vermutete Lola, war ihm eigentlich klar. Aber er hatte die Beiden nie anders erlebt. Entweder leidenschaftlich sich die Zähne ins Fleisch des anderen Rammend oder wutentbrand sich hasserfüllte Beschimpfungen an den Kopf werfend. Sie wusste nicht so recht was sie davon halten sollte. Aber lezten Endes ging sie das auch nichts an. Aber in dem Moment war es nicht der passende Zeitpunkt sein, scheinbar trauriges Herz mit Wut zu erfüllen. Also zuckte sie nur die Schultern und meinte, das wüsste sie nicht, sie hatte nur die Order von Salome erhalten, einen Herr Morel aufzusuchen und an dem hin sie all die Jahre.
Im Grunde war es das auch schon wieder mit dem Gespräch. Scar versuchte ihn kurz zu beruhigen und danach hatte Lola das Gefühl das sie sichtlich unwichtig geworden war und entfachte in ihr, je mehr Zeit verging in der er sich keine Zeit für sie nahm, eine ebenso inzwischen sehr selten gefühlte Wut und Enttäuschung. Sie versuchte sich damit zu beruhigen, dass sie vermutete, dass der Gedanke, dass Salome ihm Mal wieder Fremdgegangenwar ihn sehr einnahm und ihre Ankunft wohl in doch etwas weitere Ferne gerückt hatte.
ABER ZUM TEUFEL NOCH MAL! SIE WAR HIER BEI IHM UND NICHT SALOME! SIE HATTE IHN GEFUNDEN UND ÜBER 4 JAHRE LANG GESUCHT! EIN WENIG MEHR ZUWENDUNG HÄTTE SIE SICH SCHON ERHOFFT!
Das letzte Quintchen was ihr dann jegliche Freude vertrieb war die Aussage, dass es wohl ein zweites Mündel gab ... Ein zweites Mündel was an ihm hing! Und Lola hatte das Gefühl, das seine Augen vor stolz etwas leuchteten, oder bildete sie sich das nur ein! Er hatte sie wohl allen ernstes Ersetzt und es auch nicht für nötig befunden, mal in Paris vorbei zu sehen, ob ihm eventluell jemand gefolgt war. Und immer wieder viel IHR Name, Natalja. Natalja war ja schon in der Brennerei ... Natalja ... und sie sollte auch noch in ihrer Nähe nächtigen ... ohhhh diese Natalja würde sie auf ihren rechtmäßigen Platz verweisen. Sie wäre der Omega und nicht Lola! Sie hatte Marius schließlich über 4 jahre die Treue gehalten. Das hatte dieser Empörkömling noch nicht bewiesen, hoffte sie zumindest. Mit Sicherheit nicht! Sie zählte bis zehn, es war vermutlich auch viel für ihn und er konnte selten gut mit Emotionen umgehen. Sie würde jetzt versuchen sich zu beruhigen und prüfen was der Abend brachte. Keine vorschnellen Entscheidungen treffen.
Der "Abend"
Der Abend verlief fast unspecktakuler. Marius war in X-Gespräche verwickelt, was typisch für einen Primogen war. Sie hatte ja genügend Zeit gehabt die Gesellschaft zu beobachten und in Paris war es nicht anders bei den Personen die etwas zu sagen hatten. Jeder wollte etwas von ihnen und wenn sie nur sich "zeigen" wollten, um nicht in vergessenheit zu geraten. So war es auch hier. Manche erkundigten sich noch nach der stürmischen Begrüßung, unteranderem eine Toreador, so wie es schien. In diesem Gespräch viel natürlich wieder das Wort von Marius, zwar eher scherzhaft darauf, das Lola ganz schön auf sich warten hatte lassen. Aber da war es ihr dann doch etwas zu viel und tatsächlich erhob sie das Wort vor einem Aussenstehend freundlich aber bestimmt. "Hätten wir wenigstens 20 Minuten zeit, dann könnte ich dir auch erklären was geschehen ist!" Das war mehr als deutlich, dass sie, das Kind, Ruhe wünschte von den Neonaten Gesprächspartner. Tatsächlich ging sie. Marius meinte aber nur: "Später, nicht hier. Wir haben danach noch genug Zeit!" Danach war Lola voll endz enttäuscht.
Also wandelte sie ihre Enttäuschung in Langeweile um. Und versteckte, um die Ettickete weiterhin wahren zu können, ihre Traurigkeit darüber, dass er für alle Zeit hatte außer ihr. Das machte sie wohl so gut, dass sogar Scar, der anscheinend die selbe Fähigkeit besaß wie Marius, nicht einmal erkannte wie Traurig sie war. An sich kam es zu dieser Art der Begegnung, da er glaubte, dass an ihr irgendwas hing oder zumindest Angst hatte, das an ihr irgendetwas hängen könnte. An sich fand sie Scar recht sympatisch. Als er ihre Langeweile sah, sprach er tröstende Worte aus, dass ihn solche Abende auch ermüdeten. Lola hatte kurz gehofft, dass in der Stille der Nacht hier draußen Marius das Wort ergreifen würde, aber nichts der gleichen geschah. Nachdem sie sich mit irgendetwas ablenken musste, konzentrierte sie sich auf die Informationen der zuvor geschehenen Unterredung mit einem Toreador Neonaten, einer Nosferatu (einer Wächterin wovon auch immer) und noch jemanden. Als die beiden aber zu sehr ins Reden kam, viel ihr auf, dass wenn eine der Personen ein Nosferatu war, es unsinnig wäre hier draußen darüber zu sprechen und meinte, dass das kein guter Platz für dieses Gespräch war. Aber danach überschlug sich wieder alles und ja, sie musste sich ihre Antworten erlauschen.
Deshalb bezog sie ihren üblichen Posten. Beobachten - die Gesellschaft und ihre Dynamik kennenlernen.
Die Gesellschaft der Isarauen
So ein Ungezogener
Was ihr schon zu Beginn aufgefallen war, es schien, dass der Fürst ein recht launischer Geselle war. Der gern seine Macht auch zeigte und Druck ausübte. Diese Überlegung basierte auf zwei Geschehnisse, der Gastgeber wurde gleich zu Beginn des Abneds denunziert. Obwohl Lola gestehen musste, dass sie dem Ganzen zustimmte. Der Gastgeber hatte einen "engeren" Kreis zu seiner "Todestagsfeier" eingeladen. Allerdings durchaus offizielle Vertreter und hochrangige Personen wie die Ancille dazu geladen, aber knallhart den Fürsten ausgelassen. Dann hätte er wenigstens die offiziellen Vertreter nicht einladen dürfen, egal aus welcher Domäne. Das war wahrlich dumm. Aber ihn vor all seinen geladenen Gästen so bloß zu stellen war regelrecht dumm vom Fürsten, einfach aus dem Grund weil er seine Untergebenen gegen ihn aufbrachte. Natürlich konnte ein Ahn sich das lang leisten, aber ein Fürst konnte nur als Fürst agieren, weil er eine gewisse Masse hinter sich hatte, die ihm folgte. Und es war gar nicht mal eine so unwahrscheinliche Möglichkeit, wenn sie sich an die Worte von Varenne erinnerte. Er hatte ihr doch einiges über die Umwälzungen und die Geschichten über die Abspaltung der Anarchen von der Camarilla erzählt. Also war es gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass ein Fürst, der zu launisch war, gestürtzt wurde, um zumindest einen neuen einzusetzten. Jedoch ein solcher Zwischenfall begründete noch lange keinen Umsturtz, aber der Gastgeber schien doch recht beliebt zu sein. Danach war er aber recht, verschnupft. Welch ein Wunder.
Später stellte sich zu dieser Thematik heraus, dass er sich tatsächlich eine Reihe etticketärer Fauxpas geleistet hatte, so dass dies eine Erziehungsmaßnahme und ein Exempel war. Sie hätte es dennoch anders formuliert. Allerdings musste man dies dann eher dem Herold anlasten, als dem Fürsten.
Bevor wir zum Herold kommen, erwähnen wir erst einmal den zweiten Punkt warum Lola den Fürsten, an ihrem ersten Abend, als launisch war nahm.
Die Drei von der Tanke
In der Domäne trieben wohl 3 Gestalten (2x Gangrel, 1x Nosferatu) ihr Unwesen, die sehr mächtig und damit sehr Alt zu sein schienen. Diese drei wollten soviel wie sie verstanden hatte, einfach einen Platz, welcher zufällig in dem Bereich der Domäne Isarauen lag, zu ihrer Heimat machen. Anscheinend hatten sie geglaubt, das Ivan, der Anführer des Sabbats, der Verwalter des Gebiets war und sich bei diesem vorgestellt und mit ihm das Bleiberecht ausgehandelt, soweit schienen die Traditionen gewahrt gewesen zu sein. Nur das Ivan nicht der Rechtmäßige Besitzer der Domäne war, sondern der Eindringling. Dies führte natürlich dazu, dass im Raum stand, ob ein Traditonsbruch von stattengegangen war oder nicht. Zudem schienen die drei sehr schwer zu fassen zu sein.
Allerdings waren sie nicht sonderlich aggresiev gewesen und ließen mit sich reden. Was Lola etwas aufstieß war, das der Fürst darauf drängte, das nun Ergebnisse präsentiert werden sollte. In Lolas Meinung war hier Eile der falsche Berater. Hier war gute Diplomati und sein Gegenüber kennenlernen die richtige Taktik, vorallem als wäre es so unmöglich ein Gebiet zu schaffen wo sie ihre Heimat verankern konnten. Der Fürst konnte tun und lassen was er wollte und so Regeln erstellen die sein Gesicht wahren ließen obwohl die drei vielleicht noch nicht zu seiner Domäne gehörten. So hätte er den Handelnden etwas mehr Zeit verschafft. Aber nun gut, wer war sie schon die Taktik eines Fürsten in Frage zu stellen.
Allerdings ging das Gespäch am Tisch sehr in die Richtung "Wir müssen sie festsetzten" und "unschädlich" machen, obwohl kurz darüber gesprochen worden war, mit ihnen zu Verhandeln. Lola fand das so ermüdend. Diese drei waren so alt, dass sie so mächtig waren, dass die Neonaten Probleme hatten, sie festzusetzten, wahrscheinlich waren die Vampire selbst im Alter von mindestens Ancillen und interessierten sich einfach einen Scheißdreck für die ganzen Fliegen die um sie herumschwirrten. Genauso wenig für eine Order für einen dahergelaufenen Fürsten der behauptet, dass die Abmachung mit Ivan nicht war war. Sie wollten eine Heimat, also war das die Verhandlungsgrundlage. Also würden sie sie damit auch an den Tisch bekommen. Und dann hieß es reden und Diplomatisch sein und nicht versuchen sie festzusetzten. Nun in einem ruhigen und denkintensiven Moment der Anderen erhob sie ihre Stimme und erleuterte ihre Gedanken. Sie fuhr sogar Marius über den Mund als er ihre Ausführungen nicht zu ende hören wollte. Da es sich kurz so anhörte, als würde sie dazu auffordern, die Traditonen nicht achten zu müssen. Allerdings deichselte sie es und er entspannte sich wieder. Sie war gespannt ob er ihr das im Nachgang durchgehen lassen würde. Interessanterweise forderte sie keiner auf zu schweigen, sondern jeder Nickte nur bedächtig.
Das hatte sie noch nie erlebt. Das ein Kind in einer solchen Runde nicht gerügt wurde. Aber es freute sie auch, dass ihr Auftreten inzwischen so bestimmt war, dass man ihr unweigerlich gehör schenkte. Auch Marius ließ danach keine Rüge folgen, es wurde auch keinerlei "Wiedergutmachung" gefordert. Sehr interessant. Wenn es "Zuhause" immer noch so wäre, dann würde sie das öfter testen.
Hr. Morel hätte sie danach mit irgendwelchen Zaubern gepeinigt und die konnten ähnlich unangenehm werden, wie wenn Gregor sie wieder folterte. Auch er hatte es aber nicht immer mitbekommen, weil er eher der Typ Stubenhocker war und sie eher an andere gehangen hatte. Dennoch je nachdem auf welchem Abend sie war, sie hätte so etwas auch nicht überall machen können. Da war es erfreulich, dass sie hier keine Probleme bekam.
Nun Fazit dieses Gesprächs war, die Neonaten und Amtsträger waren sich einig, eigentlich bräuchte man mehr Zeit um feinfühlig vorzugehen und der Einzige der dieses Vorgehen verhinderte war derjenige der an diesem Gespräch nicht dabei war, aber die Macht in der Domäne hatte. Also litten alle unter dieser Laune des Fürsten. Faszinierend.
Der Herold
Fake it, till you make it, war wohl ganz ihr Motto. Erst inszinierte sie großtrabend das Exempel und vergaß dabei den Fürsten gut dastehen zu lassen und betonte lediglich wie verbittert er war nicht von einem unbedeutetenden Neonaten eingeladen worden zu sein. Wie ein kleines Kind, das man nicht mitspielen hatte lassen und erkundigte sich aber im Nachgang unteranderem bei Marius darüber, wie er das Exempel gefunden hatte ... Lola musste innerlich fast lachen. Sie führte sich mehr auf wie ein Welpe als sie. Geschickt versuchte sie in diesem Gespräch das Ansehen des Fürsten wieder zu retten, in dem sie dann kund tat, dass der Herr Tremer sich schon einige Fauxpass sich geleistet hatte. Aber wie lächerlich war diese Aktion?! Armselig, hatte er keine bessere Wahl zur Verfügung gehabt? Lola ermahnte sich innerlich, nicht auf der Basis von einem Vorfall zu schnell zu urlteieln. Sie kannte nur diese Begebenheit und keine Andere. Es war dennoch einen innerlichen Schmunzler wert.
Marius
Abgesehen davon, dass sie recht Enttäuscht war von ihm an diesem Abend konnte sie nicht davon ab, festzustellen, dass er sehr angesehen zu sein schien in der Domäne. Jeder, wirklich jeder der Primogene stellten sich bei ihm vor. Er musste zu keinem gehen. Er war wohl wieder ganz in seinem Element. Auch zu dem wichtigen Gespräch über die Drei war er einer der Wenigen der mit mischte. Während jenem Gesprächs viel Lola auch auf, dass er den Vogt und die "Elysiums"-Wächterin aufgefordert hatte den Raum zu verlassen, denn er wollte sich noch in einem kleineren Kreis mit 2 weiteren Neonaten unterhalten, das zeugte schon von "Eiern". Aber sie kannte ihn auch nicht anders. Er war eben einfach großartig, auch wenn er sie heute enttäuscht hatte. Es freute sie schon wieder etwas, das er sich so wenig verändert hatte. Aber es schmerzte auch, dass er sie so wenig wahrnahm.
Emma Salz
Es war wohl noch jemand aus dem Münchner Inneren entkommen. Emma Salz. Frau Salz hatte mit ihr, an ihrem ersten Abend in der Gesellschaft Münchens, gekämpft im Zuge von Maruis "Wettstreik". Es war sehr unterhaltsam gewesen, auch wenn sie aus Gründen beinahe die Beherrschung verloren hätte und ihre Krallen ausgefahren hätte, um ihr die Kehle aufzureisen. Wie sie inzwischen allerdings wusste, besaßen die Malkavianer eine Fähigkeit die Emotionen verstärkte. Vermutlich ist sie dieser selbst zum Opfer gefallen. Auch wenn sie nicht verstand, warum Frau Salz diese Gefahr eingegangen war. Sie vermutete, dass die Dame mehr Tücke besaß als man ihr zumutete. Oder sie war einfach Wahnsinnig. Sie erklärte ihr auch an diesem Abend, warum sie nicht wieder zurück nach München konnte. Die Quintessenz, welche sie aus dem Wirrwar mitnahm war, ein Alter Malkavianer, war durchgedreht und hatte durch seinen Einfluss auf München das Gebiet abgeriegelt, keiner kam wieder rein und nur manchmal raus. Auch wenn sie nicht verstand, was sie mit Splitter und zerbrochenem Spiegel meinte. Aber das musste sie auch nicht.
Noch so ein "Kind"
Abgesehen von der Alpha die in der Camarilla ein Kind war, gab es wohl noch einen Sonderling. Eine offensichtliche Toreador, die Reputation geleistet hatte und wieder von ihrem Kind Status zum Neonaten freigesprochen wurde. Das Wörtchen war "wieder" was sie stutzig machte. Anscheinend hatte es bereits eine Freisprechung gegeben und sie hat auf Grund ihres Ungehorsams eine Degradierung erhalten. Die sie anscheinend aber jetzt wieder gut gemacht hatte. Diese Domäne war sonderbar aber wirklich teilweise unterhaltsam. Sie musste dem Fürsten aber zugestehen, dass ihr diese Maßnahme gefiel. Führ dich auf wie Scheiße und du wirst schon sehen wohin dich das bringt. Das war wengistens konsequent. Sie war sehr gespannt, was sie zu dieser Person für Geschichten hören würde. Auf jedenfall war das ja fast schon eine doppelte Ohrfeige. Herrlich. Vermutlich nicht beabsichtig vom Fürsten aber der Herold hatte eine unüberlegte oder eventluell absichtliche Art gewisse Dinge zu formulieren. Vielleicht schwang ihre eigene Missbilligung in dieser Rede mit. Was durchaus möglich gewesen wäre.
Für´s Erste sollte das reichen ...
Weiter geht´s im Programm
Nach der Unterredung bzgl. dem Problem der Drei ging das Abendprogramm weiter, sie Tanzten eine Abwandlung eines Tanzes den sie aus dem Pariser Hof kannte. Sie war aber nicht in der Stimmung zu tanzen, auch wenn Marius ihr es erlaubt hatte. Also lehnte sie nur und interessierte sich für die Abweichungen, des Tanzes. Irgendwann ging sie auch zu Rene ... bzw. Sebastian um ihm zu berichten, dass Marius sie beanspruchte und somit die Übergabe gelaufen war und er sich keine Sorgen mehr machen musste um sie. Darüber war er sehr erfreut.
Marius sprach auch noch kurz darauf mit ihm, dass er ja ... Zitat: "Anscheinend doch etwas zur Domäne beitragen konnte. Warum er das nicht gleich gesagt hatte." Oh da war er wohl in Ungnade gefallen und hatte jetzt seinen Schnitzer gut gemacht. Sogar so gut, das Marius nun sein Bürgerstatus überdenken würde. Was damit eine ausreichende Bezahlung für Sebastian war. Marius klärte kurz die Verbindung zwischen ihnen ab und das wars.
Sonst verlief der Abend für Lola leicht deprimierend. Ein herumschwirrender Marius der sich um alle kümmerte und sich für alle Zeitnahm, das höchste der Gefühle war, dass sie Mäuschen spielen durfte. Leider gab er ihr nicht einmal die Erlaubnis dauerhaft allein unterwegs zu sein. Aber das wäre auch an diesem ersten Abend unangemessen gewesen. Und so war sie sein artiger Schatten. Der diskret Abstand hielt, wenn sie glaubte, dass die Gespäche nicht für ihre Ohren gedacht waren. Normalerweise hätte sie sich Mühe gemacht, sie zu verstehen aber nun ja. Es nagte in ihr und ihre Gedanken waren noch etwas dunkler als normal.
Als sie zu ihrem Schlafplatz aufbrechen wollten, wollte er nicht mal ihre Sachen von Rene holen. Gut sie entschuldigte ihn geistig als sie Verstand, dass der Weg zu ihrer Übernachtungsstätte gute 3h dauerte und der Sonnenaufgang nicht mehr weit war. Sie war gespannt, wie er sein würde wenn sie da waren.